Vorträge im Lindenhof

Wegen der aktuellen Pandemie-Situation finden die Vorträge bis auf weiteres online statt!

Monatsversammlung der LBV-Kreisgruppe Bayreuth

Das Rebhuhn in Franken

Ein Rebhuhn-Männchen (Foto © R. Bräsecke)
Rebhuhn (Foto © R. Bräsecke)

Dienstag, 1.2.2022, 19:30 Uhr

Referent: Dr. André Maslo Ökologische Bildungsstätte Oberfranken

Ort: Umweltinformationszentrum Lindenhof oder online

 

Das Rebhuhn, einst Charakterart der Ackerlandschaften, ist heute in weiten Teilen Deutschlands auf kümmerliche Reste seines einstigen Bestandes zusammengeschmolzen. Begründet wurde dieser Rückgang in erster Linie durch die strukturelle Verarmung und Chemisierung der Landwirtschaft, die sich wiederum nicht unwesentlich aus den soziologischen Umwälzungen und dem Konsumverhalten der letzten Jahrzehnte speist. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch eine Reihe anderer Faktoren, etwa potentiell ungünstiges Klima (Starkregenereignisse im Frühsommer), geändertes Freizeitverhalten der Menschen und eine erheblich erhöhte Dichte an Fressfeinden wie z.B. Füchsen, verwilderten Katzen oder Neozoen. Im Vortrag wird das seit 2018 durchgeführte Projekt „Agrarlandschaft Oberfranken“ vorgestellt. Das hier angewandte Artenschutzkonzept zeigt, dass das Rebhuhn trotz aller widrigen Umstände keinesfalls verloren gegeben werden muss, wenn alle Akteure, also Naturschützer, Landwirte, Behörden und Jäger gemeinsam auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Im Vortrag beleuchten wir, welche Mechanismen in unserem Projekt wirken, um das Rebhuhn nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu einer Wiederausbreitung anzuregen. 

Jahreshauptversammlung der LBV-Kreisgruppe Bayreuth

mit Kurzvortrag zum Vogel des Jahres 2022, dem Wiedehopf

Ein Wiedehopf füttert seinen Nachwuchs an der Bruthöhle in einer Bretterwand (Foto: Dieter Hopf)
Foto: Dieter Hopf

Dienstag | 08.03. | 19.30 Uhr im UIZ Lindenhof*

 

Tagesordnung:

1. Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden Jochen Uebelhoer

2. Kassenbericht des Schatzmeisters Marco Suchy

3. Bericht des Kassenprüfers

4. Entlastung des Vorstandes

5. Anträge, Wünsche, Sonstiges

6. Ehrungen

 

Robert Pfeifer, LBV KG Bayreuth:
Kurzbericht über den „Vogel des Jahres 2022“, den Wiedehopf.

Der farbenprächtige Vogel lebt hauptsächlich von Großinsekten und ist, weil diese immer seltener werden, aus Bayern fast verschwunden. Hat er eine Chance auf Rückkehr ?
Auch Nichtmitglieder des LBV sind herzlich willkommen!

Vortrag "Ach Du dickes Ei" von Prof. Gerrit Begemann

Eierschale (Foto © Swanti Bräsecke-Bartsch)
Foto © Swanti Bräsecke-Bartsch

Termin: 05.04.2022; 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: UIZ Lindenhof oder online

Referent: Prof. Dr. Gerrit BegemannUniversität Bayreuth

 

Alles rund um‘s Ei. Frühstücks- und andere Eier aus Sicht eines Biologen. Das Bemalen von Eiern und die ostersonntägliche Suche nach ihnen ist eine beliebte und spannende Tradition. Mindestens so spannend ist die Frage, wie eigentlich ein Hühnerei entsteht. In diesem Vortrag soll unterhaltsam und wissenschaftlich nicht nur diese Frage geklärt werden. Wir erfahren, warum Hühner so viele Eier legen, andere Vögel aber nur eines, oder warum manche Eier rund und andere oval sind. Und woher weiss ein Kuckuck, welche Farbe sein Ei haben muss, damit es im fremden Nest nicht entdeckt wird?

Vortrag: Galápagos - ein Archipel im Wandel

Galápagos-Inseln (Foto: Anna Walentowitz)
Foto: Anna Walentowitz

Termin: 03.05.2022; 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: UIZ Lindenhof oder online

Referentin: Anna WalentowitzUniversität Bayreuth & LBV- Hochschulgruppe

 

Die ikonischen Bilder von Riesenschildkröten, Meeresechsen und Darwinfinken kommen vielen von uns sofort in den Sinn, wenn der Name „Galápagos“ fällt. Kaum ein anderes Archipel hat weltweit eine solche Berühmtheit für seine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt erlangt, die schon Darwin zu seiner Zeit in den Bann gezogen hat. Die Besiedlung der Inseln durch den Menschen und zunehmender Tourismus haben jedoch in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Wandel geführt, zu dem auch die Ausbreitung von invasiven Arten gehört. Das Zusammenspiel von Naturschutz und Forschung ist essenziell, um diesen Wandel zu verstehen und den Schutz der einzigartigen Natur der Galápagosinseln zu ermöglichen.

letzte Vorträge:

Flussmuscheln

Flussmuschel (Foto: P. Simmler)
(Foto: P. Stimmler)

Dienstag, 11.1.2022, 19:30 Uhr

Referent: Peter Stimmler - LBV Hochschulgruppe-Bayreuth

 

Die meisten von uns kennen Muscheln vom Urlaub an der See. Am Strand hat sie jeder als Kind gesammelt, der eine oder andere hat sie vielleicht auch bestimmt. Weniger bekannt sind unsere heimischen Süßwassermuscheln. Teich-, Fluss- und Bachmuscheln kamen früher regelmäßig in ganz Deutschland vor. Im Fichtelgebirge gab es sogar Zuchtstationen der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) um Perlen für Schmuck zu züchten. Diese Arten werden teilweise über 200 Jahre alt und filt- rieren am Tag über 1000 Liter Wasser. Doch die Verschlammung und Begradigung von Flussläufen, sowie übermäßiger Eintrag von Pestiziden und Nährstoffen lässt sie überall zurückgehen.

Peter Stimmler von der LBV Hochschulgruppe wird in seinem anschaulichen Vortrag die heimischen Arten vorstellen und die Gründe für den massiven Rückgang erläutern.

Biotope & Biotoppflege der LBV-Kreisgruppe Bayreuth

Eine Streuobstwiese wird abgeräumt (Foto: W. Schulze)
Pflegefläche bei Nemmersdorf (Foto: W. Schulze)

Dienstag, 7.12.2021, 19:30 Uhr

Referent: Peter Lenk 
LBV KG-Bayreuth

 

Seit 1981 ist der Erwerb und die Pflege ökologisch wertvoller Flächen ein wesentlicher Bestandteil der Kreisgrupppenarbeit. Hier ereignet sich Naturerlebnis und Naturschutz in direktester Form. Die oft schweißtreibende Arbeit in den Biotopen fördert darüber hinaus persönliche Kontakte, Gemeinschaftsgefühl und durch die Bewegung in frischer Luft auch die Gesundheit. Über diesen Bereich unserer Arbeit soll im Vortrag mit vielen Bildern seit den Anfängen in den 1980er Jahren bis heute anhand einiger Beispiele berichtet werden.

 

Agroforstwirtschaft & Flurbereicherung – Online-Vortrag

Obsternte auf einer Streuobstwiese (Quelle: Daniel Hornstein)
Quelle: Daniel Hornstein

Dienstag, 16.11.2021, 19:30 Uhr

Referent: Daniel Hornstein 
Solawi Bayreuth e.V.

 

Die Folgen des Klimawandels sind überall deutlich spürbar. Die Land- und Forstwirtschaft trifft es besonders hart. Zunehmende Ernteausfälle und erhebliche Ertragseinbußen sind zu erwarten. Die einseitige und großmaschinelle Landbewirtschaftung und die Versiegelung des natürlichen Bodens hat zudem zu einem dramatischen Rückgang der heimischen Artenvielfalt geführt. Wir brauchen dringend wegweisende Lösungen, um dieser fatalen Entwicklung entgegen zu wirken!

An diesem Abend diskutieren wir die Frage, ob wir mit landwirtschaftlicher Flurbereicherung die heimische Biodiversität stärken und damit Äcker, Wiesen und Wälder zukunftsfähiger bewirtschaften können?

Können Agroforstsysteme bei der Lösung der Probleme helfen?

In der Agroforstwirtschaft werden auf einer Fläche Gehölze mit Elementen des Ackerbaus und der Tierhaltung derart miteinander kombiniert, dass eine Vielzahl an ökologischen und ökonomischen Vorteilen entstehen.

Ein Beispiel hierfür sind Streuobstwiesen und -äcker. Sie beheimaten viele tausend Pflanzen- und Tierarten und leisten einen großen Beitrag zu Klimaregulation, Grundwasserfiltration, Windschutz und Bodenbelebung. Neben Streuobstbiotopen existieren in der Agroforstwirtschaft weitere Bewirtschaftungsformen und Landschaftselemente.

 

Die Entstehung des Sonnensystems – warum es uns gibt

Protoplanetare Scheibe um HL Tauri  (LMA (ESO/NAOJ/NRAO)) https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36643860
Protoplanetare Scheibe um HL Tauri (LMA (ESO/NAOJ/NRAO))

Dienstag, 09.11.2021, 19:30 Uhr

Referent: Herbert Graß 
LBV – Kreisgruppe Bayreuth

 

 Vor ca. 4,6 Milliarden Jahren entstand in einer riesigen Wolke aus Gas und Staub unser Sonnensystem. Die Abläufe bei der Entstehung können inzwischen durch Forschungen an Kometen, Asteroiden, Meteoriten, dem Mondgestein etc. einigermaßen nachvollzogen werden. Außerdem hat man inzwischen an die 700 Systeme mit 2–8 Planeten entdeckt, Planetensysteme bei Sternen werden heute als ganz normale, häufige Erscheinung betrachtet.

Die Erkenntnisse aus diesen bekannten Planetensystemen helfen unsere Entwicklungsgeschichte zu verstehen. Was sich dabei aber herausgestellt hat ist, dass unser Sonnensystem die große Ausnahme in der Milchstraße ist, bisher wurde nichts Vergleichbares gefunden. Was unser System so besonders macht und welche Vorgänge dazu geführt haben möchte dieser Vortrag versuchen zu beleuchten.

Biologische Vielfalt auf allen Ebenen

Die Biodiversitätswand im Museum für Naturkunde, Berlin  (Foto: W. Schulze)
Biodiversitätswand Berlin (Foto: W. Schulze)

Freitag, 01.10.2021, 19:30 Uhr

Referent: Dr. Oliver Hawlitschek 
Biologe am Centrum für Naturkunde, Hamburg

 

 Die biologische Vielfalt unseres Planeten befindet sich allen Schutzbemühungen zum Trotz in einer Krise. Die meisten Menschen denken bei dieser Vielfalt oder Biodiversität zuerst an Arten von Tieren oder Pflanzen. Dabei ist oft gar nicht klar, wie eine biologische Art definiert ist oder welche Organismen ihr angehören. Die Ebene der Arten ist jedoch nur eine von vielen Ebenen der biologischen Vielfalt. Sie fängt bei der genetischen Diversität innerhalb einer Art, Population oder sogar eines Individuums an und reicht bis zur Vielfalt an Ökosystemen, die ihrerseits auf den höchst komplexen Wechselwirkungen vielfältigster Komponenten beruhen. Der Schutz unserer Biodiversität kann nur wirksam sein, wenn er all diese Ebenen berücksichtigt.

Bhutan – Glück als Staatsziel und Sikkim – dem Himmel so nah

Schneebedeckter Berggipfel in Bhutan  (Foto:  A.v.Heßberg)
Bhutan (Foto: A. v. Heßberg)

Dienstag, 14.09.2021, 19:30 Uhr

Referent: Dr. Andreas von Heßberg 
(LBV-Kreisgruppe Bayreuth)

  

Das Königreich Bhutan und das ehemalige Königreich Sikkim, im östlichen Himalaya gelegen, sind auf der touristischen Weltkarte schon lange keine weißen, unbekannten Flecken mehr, vielleicht etwas exotisch. Beiden Ländern ist gemeinsam, dass sich hier der seit vielen Jahrhunderten ausgeübte Buddhismus relativ ungestört von der zerstörerischen Kraft der westlichen Kultur oder der chinesischen Unterdrückung entwickelt hat. Diese beiden Länder zu bereisen ist mit einigen Hindernissen behaftet. Als Tourist darf man Sikkim nur mit einem speziellen Permit betreten. Bhutan darf man nur mit einer Einladung durch eine bhutanische Reiseagentur und der Vorabzahlung des gesamten Reisepreises betreten. Individualtourismus ist besonders in Bhutan unbekannt. Dem Bayreuther Abenteurer und Buchautor Andreas von Heßberg ist das Glück beschieden gewesen, das Himalaya-Königreich alleine und auf eigene Faust erkunden zu dürfen. So konnte er das gesamte Land (so groß wie Baden-Württemberg) sehr viel besser entdecken. Eine Traumsituation für einen Reisejournalisten, in einem Land voller grandioser Naturlandschaften, faszinierender Geheimnisse und strenger traditioneller Kulturen. In Sikkim konnte der Abenteurer viele buddhistische Klöster und Tempel besuchen, an Ritualen und Festen teilnehmen, aber auch die atemberaubende Bergwelt des Kangchendzönga-Nationalparks erwandern. Allein wegen der Rhododendron-Blüte ist Sikkim eine Reise wert.

Streuobstwiesen – Paradiese vor der Haustüre

Blühende Streuobstwiese  (Foto:  Thomas Staab – LBV-Bildarchiv)
Streuobstwiese (Th. Staab – LBV-Bildarchiv)

Dienstag, 04.05.2021, 19:30 Uhr

Referent: Christine Schmidt 
(Landschaftspflegeverband Weidenberg und Umgebung e.V.)

 

 

Blühende Obstbäume, bunte Wiesen, saftige Äpfel und Birnen – so präsentieren sich Streuobstwiesen im Lauf der Jahreszeiten. Sie sind ein vielfältiger Lebensraum, der nur durch das Miteinander von Mensch und Natur in seiner Schönheit besteht. Baumschnitt, Wiesenmahd und Ernte auf der einen Seite – auf der anderen Bestäubung von Bäumen und Kräutern, Vogelbruten und Fledermausquartiere in Asthöhlen, Insekten und Kleinsäuger in den Wiesen als Nahrung für Beutegreifer.

Heute gehören Streuobstwiesen zu den bedrohten Biotopen Mitteleuropas. Sie sind unverzichtbares, europäisches Kulturgut und keineswegs ein landwirtschaftliches Auslaufmodell. Für eine nachhaltige Zukunft mit regionalen, gesunden Lebensmitteln und einer intakten Landschaft brauchen sie unseren Schutz.

Nur ein Stausee? Der Förmitzspeicher im Landkreis Hof – ein wichtiges Rastgewässer

Singschwäne auf dem Förmitzspeicheram Rand des Fichtelgebirges  (Foto:  Matthias Fanck)
Der Förmitzspeicher im Lkr. Hof (Foto: Matthias Fanck)

Dienstag, 13.04.2021, 19:30 Uhr

Referent: Matthias Fanck, Erbsbühl

 

Der 1978 fertiggestellte Förmitzspeicher liegt am Rande des Fichtelgebirges im Landkreis Hof. Sein wasserwirtschaftlicher Zweck ist die Erhöhung der Durchflussmenge der nahegelegenen Sächsischen Saale in Zeiten niedriger Wasserstände. Von Anfang an war der Speicher für ziehende und rastende Wasservögel attraktiv, was durch Aufzeichnungen gut dokumentiert ist. Bisher wurden 242 Vogelarten festgestellt. Der Speicher liegt an den Endpunkten zweier großräumiger landschaftlicher „Leitlinien“: Erzgebirge/Fichtelgebirge und Thüringer Schiefergebirge/Frankenwald. Die Funktion dieser Linien für ziehende Vögel wird betrachtet. Die bisherige Einschätzung wird der anhaltend hohen Bedeutung des Förmitzspeichers als Rastgewässer für Wasser- und Watvögel nicht gerecht. Der Vortrag versucht dem abzuhelfen.

 

 

Blühflächen, Insekten- und Vogelschutz im Stadtgrün

Referent Robert Pfeifer (LBV KG-Bayreuth & Leiter des Stadtgartenamtes Bayreuth)
Robert Pfeifer (LBV KG-Bayreuth)

Dienstag, 02.03.2021, 19:30 Uhr

Referent: Robert Pfeifer (LBV-Kreisgruppe Bayreuth, Dipl.-Ing. (FH), Leiter des Stadtgartenamtes Bayreuth)

 

Städtische Grünflächen bieten Chancen, artenreiche Lebensräume zu entwickeln. Der Vortrag wird auf die Möglichkeiten und Voraussetzungen eingehen, wie durch ein verändertes Mähregime sowie weitere Maßnahmen die Artenvielfalt in der Stadt gesteigert werden kann. Neben konkreten, erfolgreichen Beispielen wird aber auch auf die Zwänge durch andere Nutzungen und die Grenzen der Bedeutung von Stadtlandschaften für den Natur- und Artenschutz hingewiesen.