Vergangene Veranstaltungen der Hochschulgruppe

Maikäferlarve (vermutlich) aus dem ÖBG Bayreuth
1: Maikäferlarve (vermutlich), Fundort: ÖBG Bayreuth

Sonntagsspaziergänge am 23. Februar und 08. März 2020

Von Kathrin Mayer

Die Idee zu den Sonntagsspaziergängen entstand aus dem Wunsch heraus, mehr über unsere einheimischen Baumarten zu erfahren. Wir entschieden uns für den Sonntag, da viele an diesem Tag ohnehin gerne in der Natur unterwegs sind und das in einer Gruppe natürlich noch viel mehr Spaß macht. Generell wollten wir pro Spaziergang einen Schwerpunkt/ Hauptaugenmerk setzen, jedoch trotzdem für alles offen bleiben was uns so begegnen würde. 


Der erste einstündige Spaziergang führte uns in den Studentenwald, wo wir statt einer sogar zwei Stunden Knospen, Moose und Wanzen inspizierten und das meiste erfolgreich bestimmen konnten. Es ist kein Geheimnis, dass sich Wiederholungen positiv auf gerade Gelerntes auswirken, weshalb wir ganz bald erneut nach draußen wollten.

Am ersten Märzwochenende war es dann soweit. Diesmal wählten wir den Ökologisch Botanischen Garten der Universität Bayreuth als Ziel für eine diesmal kleinere Runde. Glücklicherweise begleitete uns auch diesmal die Sonne auf dem (kalten) Barfußpfad und dann durch den ÖBG. Unter Anderem entdeckten wir im Totholz eine Maikäferlarve (Bild 1) und verglichen die Knospen der verschiedenen Eichenarten (Bild 2-4).

Ein Graureiher steht auf einem Feld am Lindenhof Bayreuth (Foto: W. Schulze 2020)
Graureiher am Lindenhof (W. Schulze 2020)

Stunde der Wintervögel am 11.01.2020

Von Florian Engelbrecht

Am zweiten Januar-Wochenende fand die zehnte Stunde der Wintervögel statt, eine gemeinsame Aktion des LBV und NABU, bei der die Bevölkerung dazu aufgerufen ist, eine Stunde lang Vögel im eigenen Garten oder in einem Park zu zählen. Auch wir haben uns diese Aktion nicht entgehen lassen und uns kurzerhand am Samstagvormittag am Lindenhof getroffen. In einer Gruppe von ca. 15 Personen suchten wir mit unseren Ferngläsern die benachbarten Naturschutzflächen eine Stunde lang (eigentlich waren es zwei) nach Vögeln ab, wobei Viktoria Lissek und Florian Engelbrecht bei der Bestimmung halfen. Neben dem Silberreiher, der sich schon seit einigen Wochen auf der Rinderweide aufhielt, konnten wir unter anderem auch mehrere Dutzend Erlenzeisige bei der Nahrungssuche in den Schwarzerlen am Aubach beobachten; in der Ferne ertönten später die Rufe eines Schwarzspechts. Insgesamt kam eine Liste von 23 Arten zusammen: Graugans, Nilgans, Stockente, Silberreiher, Graureiher, Sperber, Mäusebussard, Grünspecht, Schwarzspecht, Buntspecht, Eichelhäher, Rabenkrähe, Blaumeise, Kohlmeise, Kleiber, Amsel, Rotkehlchen, Haussperling, Feldsperling, Buchfink, Gimpel, Stieglitz, Erlenzeisig.

Ehrenamtsmesse – 19.10.2019 

Von Josephin Römer

 

Bei dieser jährlichen Messe hatten Ehrenamtliche die Chance ihre Vereine oder Gruppierungen vorzustellen. Die meisten Vereine, die zugegen waren, kamen aus dem sozialen Bereich: Bekannte Namen wie die Caritas und das BRK, aber auch kleine Zusammenschlüsse, die z.B. Vorlese-Stunden für Kinder organisieren.

Natürlich waren auch einige Vereine aus dem Naturschutz anzutreffen. Allen voran die allseits bekannten „Summer“, die „SoLaWi“ (Solidarische Landwirtschaft) als unser sympathischer Nachbarstand, der Tierschutzverein und natürlich die LBV-Hochschulgruppe, vertreten durch Peter und mich (Josephin).

Neben einem selbstgemalten LBV-HSG-Schild und herbstlicher Kastanien-Deko durften natürlich die Schneckenhäuser auf unserem Tisch nicht fehlen. Schnecken sind eine zu Unrecht vernachlässigte Tiergruppe, die vor allem bei Kindern reges Interesse und glänzende Augen verursachte und so auch deren Eltern heranlockte. 

Auch frustrierte Hobbygärtner, die sich negativ über Salat-hungrige Schnecken ausließen, konnten wir beschwichtigen. Schnecken nehmen eine wichtige ökologische Position ein, dass ihr Fehlen Frühjahrsblühern, Glühwürmchen und anderen Insekten, als auch die Vögel in Mitleidenschaft ziehen würde.

Alles in allem haben wir an dem Tag viele sehr interessante Unterhaltungen über verschiedenste ökologische Aspekte geführt und ganz nebenbei einige Interessenten für die Hochschulgruppe und ihre Aktivitäten gewinnen können.

04.09.2019: Exkursion an die obere Isar mit der Zoologischen Staatssammlung München

Von Jakob Andreä

 

Am 04. September 2019 fand eine Exkursion an den Oberlauf der Isar zwischen dem Sylvensteinspeicher und Vorderriß statt. Ziel war es einige Individuen der Heuschrechen Chorthippus pullus (Kiesbank-Grashüpfer, Abb. 1), Tetrix tuerki (Türks Dornschrecke, Abb. 2), Bryodemella tuberculata (Gefleckte Schnarrschrecke, Abb. 3) und der Wolfsspinne Arctosa cinerea (Flussuferwolfsspinne, Abb. 2) zu fangen. Über die genetische Variabilität zwischen den Individuen aus verschiedenen Abschnitten der oberen Isar sollte ermittelt werden, wie gut die verschiedenen Populationen noch untereinander vernetzt sind. Die auf dieser Exkursion erhobenen Daten wurden für eine Vorstudie benötigt. 

Zunächst schien es unsicher, ob alle Arten in ausreichender Individuenzahl angetroffen werden würden. Bryodemella tuberculata war durch ihre Größe und die rote Färbung der Hinterflügel sehr auffällig und beinahe allgegenwärtig. Die anderen beiden Heuschreckenarten waren jedoch deutlich kleiner, farblich sehr gut an den Untergrund angepasst und dadurch kaum zu finden. Noch schwieriger war es bei Arctosa cinerea. Diese Art, welche mit einer Körperlänge von bis zu 17 mm als eine der größten Wolfsspinnenarten Mitteleuropas gilt, bewohnt selbstgegrabene Höhlen, die sie normalerweise nur nachts verlässt. Gleich zu Beginn konnten wir jedoch ein adultes Weibchen finden, welches sich außerhalb seiner Höhle aufhielt. Außerdem konnten wir ein weiteres Tier ausgraben, welches sich in seiner Wohnröhre aufhielt.

Alle genannten Arten sind an die extremen Bedingungen, welche entlang eines freifließenden Alpenflusses herrschen, angepasst und sogar darauf angewiesen. Durch die Regulierung der Flüsse verlieren sie vielerorts ihren Lebensraum und gelten daher als (stark) gefährdet. Neben den oben genannten Arten konnten als weitere Besonderheiten Pholidoptera aptera (Alpen-Strauchschrecke), Psophus stridulus (Rotflüglige Schnarrschrecke) und Myricaria germanica (Deutsche Tamariske) nachgewiesen werden. 

Besuch der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) am 18. April 2019

Von Peter Stimmler

„Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, 

um etwas zu finden, 
erst wissen, daß es da ist.“

Georg Christoph Lichtenberg

Artenkenntnis ist eine grundlegende Voraussetzung um unserer Umwelt schützen zu können. Als junge Biologen ist es uns wichtig, die Funktion und den Umgang mit wissenschaftlichen Sammlungen zu lernen. Hinter den Kulissen der öffentlichen Museen dienen Millionen von Exponaten als biologische Datenbank. Sie geben Auskunft über die Verbreitung und Häufigkeiten von Arten aus der ganzen Welt und dienen als Referenz, wenn neue Arten beschrieben werden. 

Die ZSM ist eine der größten zoologischen Sammlungen der Welt. Unser Gastgeber war Oliver Hawlitchek, der zum Zeitpunkt des Besuches ein Barcoding-Projekt leitete. Mit Hilfe dieser neuen Methode kann für jede Art ein genetischer Fingerabdruck erstellt werden. Wie mit einem Barcode können unbekannte Exemplare von Tieren und Pflanzen so eindeutig bestimmt werden. Zudem können die phylogenetischen Verwandschaftsverhältnisse klarer zugeordnet werden, als das bis jetzt mit morphologischen Eigenschaften möglich war. So können wissenschaftliche Sammlungen helfen, die Struktur der Arten klarer zu strukturieren.