Fledermausschutz

Wochenstube des Großen Mausohrs (Foto A. Niedlich), Großer Abendsegler, Kleine Hufeisennase, Abendsegler in einem Fledermauskasten, Kalkssteinhöhle in der Fränkischen Schweiz und Förderung des Ankaufs einer Wochenstube der Kleinen Hufeisennase durch den Bayerischen Naturschutzfond (Fotos W. Schulze)

Arbeitskreis Fledermausschutz:

Viele heimische Fledermausarten sind gefährdet. Aber wie geht es den Fledermäusen bei uns in Bayreuth und Umgebung? Um dieser Frage nachzugehen haben sich Ende des Jahres 2017 einige Fledermausinteressierte getroffen und bilden seither den Arbeitskreis Fledermausschutz in Bayreuth. Ziel der Gruppe ist es, mehr über unsere Fledermäuse zu erfahren und die Situation für Fledermäuse in der Stadt und im Landkreis Bayreuth zu verbessern.

 

Fledermäuse in Bayreuth:

Die Landschaft um Bayreuth hat eine herausragende Bedeutung für die bayrischen Fledermäuse. Zum Beispiel gibt es hier noch eine Rest-Population der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), die es außer an wenigen Stellen in Südbayern nur noch in den Landkreisen Bayreuth, Forchheim und Kronach gibt. Überregionale Bedeutung haben auch die vielen Spalten und Kalkhöhlen der Frankenalb, die attraktive Winterquartiere für Fledermäuse aus einem größeren Umkreis darstellen.

Das Große Mausohr (Myotis myotis) hat in Dachstühlen von alten Kirchen im Landkreis Bayreuth mehrere große Wochenstuben mit z.T. über tausend Tieren. Wochenstuben werden die Quartiere der Fledermäuse genannt, in denen sie ihre Jungen gebären und aufziehen. Um sich gegenseitig zu wärmen hängen oft viele Mütter dicht zusammen mit ihren Jungen unter den Dachziegeln und fliegen dann nachts in zum Teil recht weit entfernt gelegene Gebiete um dort Insekten zu jagen.

Reinigung einer großen Wochenstube von Mausohren im Landkreis Bayreuth durch Mitglieder des LBV im Februar 2020. (c) W. Schulze 2020

Zwei Große Abendsegler schauen aus einer Höhle in einer alten Eiche heraus.
Große Abendsegler in einer Baumhöhle (c) W. Schulze 2009

Um den Schutz großen Wochenstuben der Mausohren. kümmert sich die Koordinationstelle für Fledermausschutz des LfU. Für die Erhaltung der kleinen Restpopulation der Kleinen Hufeisennasen hat der LBV mit Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds und der LBV Kreisgruppe Bayreuth im August 2021 ein Gebäude in Waischenfeld gekauft, das eine der letzten drei Wochenstuben der Art in Nordbayern beherbergt. Die Aufgabe unseres Arbeitskreises sehen wir in der Suche nach unbekannten Wochenstuben – um diese vor der Zerstörung zu schützen. Dazu klettern wir im Sommerhalbjahr in staubige Kirchendachstühle und suchen nach Fledermäusen oder deren Spuren. Dabei schauen wir auch gleich nach, ob Fledermäuse überhaupt eine Chance haben, in den Dachstuhl zu gelangen oder ob alle Einflugmöglichkeiten zur Taubenabwehr verschlossen wurden. In individuenreichen Wochenstuben von Großen Mausohren sammeln sich große Mengen Kot an, die jährlich vom Arbeitskreis Fledermausschutz entfernt werden (siehe Bilder oben).

Auch potentielle Winterquartiere in den zahlreichen Sandstein-Bierkellern in Bayreuth und Umgebung kontrollieren wir auf Fledermausvorkommen, prüfen ob Öffnungen zum Einfliegen vorhanden sind und ob die Fledermäuse vor Störungen geschützt werden müssen. 

 

Baumbewohnende Fledermäuse wie z.B. die Abendsegler sind oft schwieriger zu entdecken. Um deren Höhlen zu finden kontrollieren wir potentiell günstige Standorte mit alten Bäumen abends mit Hilfe von Fledermausdetektoren. 

Um die jahreszeitlichen Bewegungen von ziehenden Fledermausarten besser zu verstehen, beteiligen wir uns an deutschlandweiten Projekten zu diesem Themenkomplex. Dazu haben wir im Frühjahr 2018 am Rauhautfledermaus- und Kleinabendsegler-Camp in Forchheim und Bamberg teilgenommen und fangen und beringen Abendsegler in Bayreuth. 

 

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit für die Fledermäuse soll die Öffentlichkeitsarbeit sein. Wir wollen möglichst viele Bayreuther über die Bedürfnisse und Probleme der einheimischen Fledermäuse informieren. Dazu boten wir in den letzten Jahren  zur International Bat Night gut besuchte Fledermausführungen im Hofgarten, Lindenhof und Eremitage an. Auch im kommenden Sommer findet zur Bat Night (27. August 2022) ein Fledermausspaziergang in der Bayreuther Eremitage statt. 

 

Falls Fledermäuse, zum Beispiel durch unsachgemäße Baumaßnahmen in Not geraten, kümmern wir uns auch mal um hilflose Fledermäuse um sie dann möglichst bald wieder in die Freiheit zu entlassen.

  

Es gibt für den Arbeitskreis-Fledermausschutz in Bayreuth also jede Menge zu tun! Wer Interesse an einer Mitarbeit in unserem offenen Arbeitskreis hat, kann sich an w-schulze@lbv.de wenden oder hier Kontakt aufnehmen.