Fledermausschutz

Ein Großer Abendsegler wird für die Beringung vorbereitet.
Großer Abendsegler (c) W. Schulze 2019

Viele heimische Fledermausarten sind gefährdet. Aber wie geht es den Fledermäusen bei uns in Bayreuth und Umgebung? Um dieser Frage nachzugehen haben sich Ende des Jahres 2017 einige Fledermausinteressierte getroffen und bilden seither den Arbeitskreis Fledermausschutz in Bayreuth. Ziel der Gruppe ist es, mehr über unsere Fledermäuse zu erfahren und die Situation für Fledermäuse in der Stadt und im Landkreis Bayreuth zu verbessern.

 

Die Landschaft um Bayreuth hat eine herausragende Bedeutung für die bayrischen Fledermäuse. Zum Beispiel gibt es hier noch eine Rest-Population der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), die es außer an wenigen Stellen in Südbayern nur noch in den Landkreisen Bayreuth, Forchheim und Kronach gibt. Überregionale Bedeutung haben auch die vielen Spalten und Kalkhöhlen der Frankenalb, die attraktive Winterquartiere für Fledermäuse aus einem größeren Umkreis darstellen.

 

Das Große Mausohr (Myotis myotis) hat in Dachstühlen von alten Kirchen im Landkreis Bayreuth mehrere große Wochenstuben mit z.T. über tausend Tieren. Wochenstuben werden die Quartiere der Fledermäuse genannt, in denen sie ihre Jungen gebären und aufziehen. Um sich gegenseitig zu wärmen hängen oft viele Mütter dicht zusammen mit ihren Jungen unter den Dachziegeln und fliegen dann nachts in zum Teil recht weit entfernt gelegene Gebiete um dort Insekten zu jagen. 

 

Um die großen Wochenstuben der Mausohren und den Schutz der Kleinen Hufeisennasen kümmert sich der amtliche Naturschutz. Die Aufgabe unseres Arbeitskreises sehen wir in der Suche nach unbekannten Wochenstuben um diese vor der Zerstörung zu schützen. Dazu klettern wir im Sommerhalbjahr in staubige Kirchendachstühle und suchen nach Fledermäusen oder deren Spuren. Dabei schauen wir auch gleich nach, ob Fledermäuse überhaupt eine Chance haben, in den Dachstuhl zu gelangen oder ob alle Einflugmöglichkeiten zur Taubenabwehr verschlossen wurden. 

Auch potentielle Winterquartiere in den zahlreichen Sandstein-Bierkellern in Bayreuth und Umgebung kontrollieren wir auf Fledermausvorkommen, prüfen ob Öffnungen zum Einfliegen vorhanden sind und ob die Fledermäuse vor Störungen geschützt werden müssen. 

 

Baumbewohnende Fledermäuse wie z.B. die Abendsegler sind oft schwieriger zu entdecken. Um deren Höhlen zu finden kontrollieren wir potentiell günstige Standorte mit alten Bäumen abends mit Hilfe von Fledermausdetektoren. 

Um die jahreszeitlichen Bewegungen von ziehenden Fledermausarten besser zu verstehen, beteiligen wir uns an deutschlandweiten Projekten zu diesem Themenkomplex. Dazu haben wir im Frühjahr 2018 am Rauhautfledermaus- und Kleinabendsegler-Camp in Forchheim und Bamberg teilgenommen und fangen und Beringen Abendsegler in Bayreuth. 

 

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit für die Fledermäuse soll die Öffentlichkeitsarbeit sein. Wir wollen möglichst viele Bayreuther über die Bedürfnisse und Probleme der einheimischen Fledermäuse informieren. Dazu unternahmen wir im letzen Jahr eine Exkursion zum Fledermaushaus in Hohenburg (Kreis Amberg-Sulzbach) und boten zur International Bat Night (24.8.2019) eine gut besuchte Fledermausführung im Hofgarten an. 

 

Falls Fledermäuse, zum Beispiel durch unsachgemäße Baumaßnahmen in Not geraten, kümmern wir uns auch mal um hilflose Fledermäuse um sie dann wieder in die Freiheit zu entlassen.

  

Es gibt für den Arbeitskreis-Fledermausschutz in Bayreuth also jede Menge zu tun! Wer Interesse an einer Mitarbeit in unserem offenen Arbeitskreis hat, kann sich an w-schulze@lbv.de wenden oder hier Kontakt aufnehmen. 

 

Wochenstube des Großen Mausohrs (Foto A. Niedlich), Großer Abendsegler, Buchenwald mit Nistkästen, Kleine Hufeisennase und drei tote Zwergfledermäuse, die mit Bauschaum in Berührung kamen (Fotos W. Schulze)